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Buben und Mädchen lassen Angelos Stern leuchten

 Donaukurier vom 05.08.2007

"Riedenburg (DK) Was für eine Gaudi! Mit einem großen Kinderfest wurde am Samstag der Spielplatz auf der Riedenburger Perras-Wiese eingeweiht, den der kürzlich gestorbene Angelo di Lorenzo der Stadt geschenkt hat. Die Buben und Mädchen waren glücklich, und auch die Eltern hatten ihren Spaß.

Es war ein Fest für die ganze Familie, das sein Sohn Angelino und Angelos Frau Erika – ganz im Sinne von Angelo – bereitet hatten. Die Kinder strahlten mit der Sonne um die Wette. Es gab Live-Musik, Zaubervorführungen, Luftballons und jede Menge Eis, Grillspezialitäten und Getränke. Und all das hat die Familie di Lorenzo spendiert – genau so, wie es Angelo gewollt hat.

Der Spielplatz trägt den Namen "La Stella di Angelo" – ein symbolträchtiger Name. Denn Stella ist italienisch und bedeutet Stern, zugleich ist es der Name von Angelos Enkeltochter. Und "Angelo" erinnert einerseits an den Spender des Spielplatzes, bedeutet aber wörtlich übersetzt auch Engel.

"Es ist schade, dass Angelo diesen Tag nicht mehr erlebt", sagte Bürgermeister Michael Schneider (CSU), der mit einem Dutzend Stadträten zu der Feier gekommen war. Er dankte der Familie für ihr Engagement und überreichte ein kleines Geschenk. Schneider sagte, er könne sich – abgesehen von einer Erbschaft – nicht daran erinnern, dass der Stadt jemals eine größere Spende zuteil geworden sei.
Der Bürgermeister wies aber auch darauf hin, dass das Areal laut Bebauungsplan nicht als Spielgelände ausgewiesen sei. "Wir sind deshalb auf das Wohlwollen der Nachbarn angewiesen." Er stellte die Bedeutung von Spielplätzen heraus: Areale, auf denen jungen Menschen erste Erfahrungen sammelten. Das Gelände an der Uferstraße ist der 26. Spielplatz in der Großgemeinde.


"Ich war baff"
Angelino di Lorenzo blickte zurück auf den Tag, als er von der Idee seines Vaters erfuhr, der Stadt auf der Perras-Wiese einen Spielplatz zu schenken. "Ich war genauso baff wie viele andere." Doch er habe gleich gewusst, dass Angelo es ernst meinte. Schließlich sei ihm das Wohl der Kinder stets am Herzen gelegen. Doch die Realisierung kostete ihn Zeit, Kraft und Mühe. Angelino erinnerte da?ran, dass es um das Projekt "eine hitzige, nicht immer konstruktive, aber immer unterhaltsame Diskussion gab".

Wippende "Zeitungsente"
Die bürokratischen Hürden auf dem Weg zum Ziel hat Angelo bekanntlich auf seine ganz eigene Art gelöst. Weil ihm das alles zu lange dauerte, hat er im Herbst 2006 einfach einen Sandkasten und zwei Ruhebänke aufstellen lassen. Doch da er keine Genehmigung hatte, musste er gemäß Stadtratsbeschluss alles wieder abbauen. Angelino: "Über Kraftbegriffe wie Schwarzbau, die in der Stadtratsitzung gefallen sind, hat Angelo nur geschmunzelt und immer wieder gesagt: So ein Quatsch, es geht hier doch um die Kinder."

Tobias Zell, der Leiter der Riedenburger DK-Redaktion, zitierte den Spruch: "Wer immer nur in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren." Angelo habe mit seinem Spielplatz und durch sein Wesen Spuren hinterlassen. Der DONAUKURIER habe die Spielplatz-Idee als Nachbar des Areals gerne durch den Kauf eines Spielgeräts unterstützt. Auch diese wippende Ente wurde gestern offiziell übergeben. "Möge die Zeitungs-Ente außerhalb der Redaktion bleiben", so Zell.

Nach diesem kurzen offiziellen Teil hatten die Kinder das Sagen. Während Musiker Otti in bekannt professioneller Manier und mit bemerkenswerter Stimme für Unterhaltung sorgte, tobten sich die Buben und Mädchen aus. Da wurde gerutscht und gewippt, da wurde Eis geschleckt und dem Zauberer applaudiert. Zwischendurch zeigten die Karate-Kinder von Trainer Oliver Riess ihr Können; und auch Riess selbst führte auf Wunsch von Angelino eine besondere Kata vor.
Bemerkenswert war vor allem, dass – wie Angelo es sich gewünscht hatte – an diesem Tag für die Besucher jeden Alters alles kostenlos war. So manches Glas wurde auf Angelo erhoben. Er wäre an diesem Tag 68 Jahre alt geworden."